Berichte


Schmuck für den Weihnachtsbaum: Einen wunderschönen Weihnachtsbaum haben die Forstwirte der Stadt Rutesheim in der Bücherei aufgestellt. Der Baum freut sich über den Weihnachtsschmuck, den die Kinder zusammen mit Marietta Gutacker und Bettina Trück gebastelt haben. Vielen Dank an unsere langjährigen Vorlesepatinnen für ihr Angebot, das viele Kinder begeistert angenommen haben. Unser Baum strahlt nun - Dankeschön!


Judith Allert begeisterte Viertklässler: Mit ihrem Comic-Roman “Jule Bambule - Ente gut, alles gut” begeisterte die Kinderbuchautorin Judith Allert rund 120 Viertklässler. Endlich wieder eine Autorenlesung - und dann eine freundliche und offene Autorin in Bestform, die schon rund 80 Kinderbücher geschrieben hat. Judith Allert lebt mit vielen Tieren auf einem Bauernhof in Oberfranken und sprüht nur so vor Ideen. Immer wieder bezog sie die Kinder mit Fragen in ihre Lesung ein. Die Kinder erzählten, dass sie selber gerne Geschichten schreiben und wie sie auf Ideen für Geschichten kommen. In Judith Allerts Geschichten spielen oft öfters ihre Haustiere (Wollschweine, Katzen, Pferde, Hunde und Hühner) eine Rolle. Hinzu kommen Kinder, die tolle Abenteuer erleben. Sie schreibt gerne Texte mit Magie: “Da kann man sich gut Quatsch ausdenken!” Ihr Buch “Jule Bambule” ist unser Medium der Woche. 


Viele Elektogeräte beim Repair Café: Viele Reparaturen von Elektrogeräten gab es beim letzten Repair Café. Ältestes Stück war ein Radio. Außerdem wurden ein Rollator, Fahrräder, Textilien und Socken repariert. Am Start waren: Organisator Albrecht Beck; Sieghard Hahm, Emrah Kilinc und Günter Stiefel (Fahrräder und Rollatoren); Rainer Bahr, Reiner Schaber, Werner Nakelski und Heinz Wöhr (Elektro); Mehmet Birbalta und Peter Kriegisch (Elektronik); Anita Frohnmaier, Dora Kaiser, Gerlinde Keller, Monika Kilper und Heidrun Kolodzick (Textilien); Dora Kaiser (Teamfrühstück) und Renate Gantzhorn (Teamfrühstück und Empfang).


Ländergeschichten mit Doris Horn: Einen vergnüglichen Nachmittag erlebten die Besucher der ersten “Ländergeschichten mit Doris Horn”. Die leidenschaftliche Leserin und Köchin hatte mitreißende Texte sowie ein spannendes Quiz über Bella Italia im Angebot. Dazu servierte sie vier verschiedene italienische Kuchen und landestypische Getränke. Doris Horn erntete am Schluss viel Applaus. Im 2. Obergeschoss gibt es einen Sondertisch mit Medien zu Italien. Die nächsten Ländergeschichten sind am Mittwoch, 14. Dezember, 15.30 Uhr. Eintrittskarten zum Preis von € 5 erhalten Sie in der Bücherei.

Gin der Extraklasse: Gin der Extraklasse kosteten die Besucher der Veranstaltung “Die Welt des Gins” und waren begeistert. Dr. Sebastian Stanger, Geschäftsführer und Mitbegründer des Labels “Satoshi Gin” aus Ludwigsburg, wartete mit interessanten Fakten aus der Geschichte des Gins auf. Wussten Sie beispielsweise, dass die Engländer aus dem holländischen Erfolgsgetränk Genever den Gin entwickelten und im 18. Jahrhundert jeder Londoner im Durchschnitt 80 Liter pro Jahr davon trank? In den 1960er Jahren war Gin die meistgetrunkene weiße Spirituose. Mit James Bonds Vorliebe für Wodka Martini begann der Niedergang des Gins. Um 2010 wurde das Wacholder-Destillat wiederentdeckt. Die Satoshi Gin-Macher widmen sich ihrem Produkt mit Leidenschaft. Groß wie Erbsen sind die Wacholder-Früchte aus der Toskana für den London Dry-Gin und für den Toskana Wacholder. Blutrot sind die Orangen für den Moro Blutorange-Geist von einer Plantage unterhalb des Ätna. Sie bleiben lange am Baum, werden einzeln geerntet und dann in Deutschland von den Satoshi-Machern eigenhändig geschält. Namensgeber für das Start Up ist übrigens Satoshi Nakamoto, mutmaßlicher Erfinder des Bitcoins. Seine mathematische Klarheit und Präzision ist Inspiration und Leitmotiv bei der Formulierung der Rezepturen und beim Destillieren. 


Literarisches Frühstück
mit starken Frauen: Amüsante, nachdenkliche und inspirierendeTexte von starken Frauen standen im Mittelpunkt des literarischen Frühstücks. Im ausverkauften Bürgersaal las Regina Rötzschke Texte von Elke Heidenreich. Mechthild Hagemeier-Beck präsentierte Abschnitte aus zwei Romanen von Hedwig Courths-Mahler. Dazu gab es ein nachhaltiges Frühstück mit regionalen Zutaten- ein Genuss für alle Sinne.

30 Reparaturanfragen gab es beim letzten Repair-Café. 24 Mal war die Reparatur erfolgreich, sechs Mal konnte das engagierte Reparaturteam leider nicht helfen. Mit am Start waren Organisator Albrecht Beck; Gabriel Dürr, Sieghard Hahm und Günter Stiefel (Fahrräder); Reiner Schaber, Werner Nakelski, Heinz Wöhr (Elektro); Rainer Gschwind-Schilling (Messer schleifen, Elektronik); Anita Frohmaier, Dora Kaiser, Heidrun Kolodzick (Textilien); Dora Kaiser, Gerlinde Keller (Teamfrühstück). Das nächste Repair-Café ist am Samstag, 19. November, 9 bis 13 Uhr. Elektriker/Elektroniker gesucht: Das Reparaturteam freut sich über weitere Elektriker oder Elektroniker. Wenn Sie dabeisein wollen, erhalten Sie weitere Informationen bei Organisator Albrecht Beck (albrecht.beck@arcor.de).


Kunstvolles Leinen: Der nachwachsende Alleskönner Leinen braucht viel, bis er fertig ist. Mit ihm lässt es sich kunstvoll arbeiten. Das zeigte Textilkünstlerin Elke Zahn den zahlreichen Besucherinnen in ihrem neuen Werkstattladen bei der Veranstaltung "Bücherei on Tour - Leinen los”. Sie verteilte Leinkapseln zum Auspacken der Samen, erläuterte den langen Herstellungsprozess von der Flachsfaser bis zum fertigen Webstück, wies auf ihre mit Leinen hergestellten Kunstobjekte hin, servierte kleine Köstlichkeiten aus Lein und natürlich auch Flachswickel, die ihre Mutter frisch gebacken hatte. Mechthild Hagemeier-Beck erinnerte sich an ihre Kindheit im münsterländischen Hopsten. Dieser Ort wurde vom 17. bis 19. Jahrhundert wohlhabend mit dem Leinen. Im Ortswappen sieht man einen Tödden (=wandernden Kaufmann) mit einer Trage auf dem Rücken und einem Zylinder auf dem Kopf. Aus Töddengemeinschaften haben sich noch heute bekannte Handelshäuser wie C & A, Hettlage, Peek & Cloppenburg oder Vroom & Dreesmann entwickelt. Auf einem Sondertisch im 2. Obergeschoss sind Medien zum Thema Leinen ausgestellt.

Rekord beim Repair Café: Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung sind gefragt. Eine Rekordzahl an Anfragen gab es beim letzten Repair Café. 46 Reparaturanfragen bearbeitete das Team. Darunter waren 15 Fahrräder, ein Roller, sechs Textilreparaturen, 24 technische Geräte und Messer. Das Team beriet auch über Wege zur Reparatur. Fünf Mal konnte das Team nicht helfen. Diese Gegenstände sind nicht reparabel. Weil es so viele Anfragen gab, machte das Team sogar Überstunden. Am Start waren: Organisator Albrecht Beck, Sieghard Hahm, Emrah Kilinc, Werner Nakelski, Günter Stiefel (Fahrräder); Monika Kilper, Heidrun Kolodzick (Textilien); Rainer Bahr, Reiner Schaber (technische Geräte); Mehmet Birbalta (PC, Drucker, Tablet); Rainer Gschwind-Schilling (Messer schleifen, technische Geräte); Renate Gantzhorn (Teamfrühstück, Empfang). Das nächste Repair Café ist am Samstag, 22. Oktober, 9 bis 13 Uhr.

Nachhaltigkeitswoche in der Bücherei

Die Bücherei beteiligt sich mit einer Ausstellung, die bis zum 8. Oktober zu sehen ist, an der Europäischen Nachhaltigkeitswoche. Nachhaltigkeit spielt in unserem Büchereialltag eine große Rolle. In der Bücherei der Dinge kann man fast 50 Gegenstände ausleihen. Das Repair Café hat schon über 400 Mal Fahrräder, technische Geräte und Textilien repariert. Mit Leihtaschen bringen Kunden entliehene Medien sicher nach Hause. Sachbücher zum Thema Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und Klimawandel sind unter den Sachbüchern Spitzenreiter bei den Ausleihen. Geschenkte Bücher bindet das Büchereiteam nicht mehr ein und spart so pro Jahr 20 Meter Folie. Bei Veranstaltungen stehen Upcycling und Nachhaltigkeit im Mittelpunkt.

Übrigens: Am 27. September um 18.30 Uhr findet eine öffentliche Sitzung des Rutesheimer Klimabeirats statt. Alle, die sich einbringen wollen, sind willkommen.


Ein cooles Dschungelabenteuer: Sieben gespannte Kinder kamen zum diesjährigen Ferienprogramm der Christian-Wagner-Bücherei. „Dschungelabenteuer mit dem Wickelbär“ hieß das Projekt das sich Büchereimitarbeiterinnen Barbara Grothe und Theresa Häcker ausgedacht hatten. Nach einer kleinen Begrüßungsrunde las Theresa Häcker aus ihrem Buch „Hans Wackelmann und der Wickelbär“ vor. Anschließend sammelten die Kinder Ideen, was man alles für den Umweltschutz tun könnte und verewigten ihre Ideen auf einem Plakat. Dass man aus Abfall auch prima basteln kann, erfuhren die Kinder an der Bastelstation. Gemeinsam mit den beiden Büchereimitarbeiterinnen suchten die Kinder noch Bücher zum Thema Tiere und Naturschutz aus und gestalteten einen Medientisch. Zum Abschied erhielt jedes Kind noch eine Umwelt-Urkunde.


Messerschleifen beim Repair Café: Mehr als 15 Messer und Scheren hat Rainer Gschwind-Schilling beim jüngsten Repair Café geschliffen. Albrecht Beck, Emrah Kilinc, Werner Nakelski, Günter Stiefel und Heinz Wöhr reparierten fünf Fahrräder. Rainer Bahr und Reiner Schaber kümmerten sich um defekte elektrische Geräte. Rainer Bahr hat auch die Lösung für einen defekten elektrischen Dachfensterantrieb vom vorletzten Repair Café gefunden. Monika Kilper, Heidrun Kolodzick und Gerlinde Keller reparierten Textilien und begutachteten zwei Nähmaschinen, die dem Repair Café geschenkt wurden. Renate Gantzhorn (Empfang) kümmerte sich zusammen mit Gerlinde Keller um das Teamfrühstück. Das nächste Repair Café ist am Samstag, 24. September, 9 bis 13 Uhr.

Zuhören und Genießen: Geschichten, Gedichte, Parodien und Schwäbisches präsentierten Karin Hammer und Marie-Luise Schwarz ihren vielen Zuhörerinnen, die sich gut amüsierten. Karin Hammer startete mit Ottilie Wildermuths Erzählung “Schwäbische Pfarrhäuser”. Dann las sie “Die Bremer Stadtmusikanten” aus Grimms Märchen und einen Text von Elke Heidenreich mit dem Titel “Über Literatur und Fensterputz”. Marie-Luise Schwarz garnierte die Texte mit Gedichten von Eugen Roth und Heinz Erhardt. Außerdem parodierte sie “Das Heideröslein” von Goethe mit “Das Weidenröslein” von Heinz Erhardt und J. M. Enderles “Laß den Schwab ein Sößlein sehn…”. Auch Heinrich Heines “Die Loreley” hat Enderle schwäbisch umgeformt, Heinz Erhardt hingegen den Erlkönig mit seinem “Der König Erl”. Der Humorist machte aus Goethes “Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn…” seine Version: “Kennst du den Ort, wo es stets muffig riecht?”. Das bunte Sammelsurium kam super an – viel Applaus für die engagierten Vorleserinnen auf offener Szene. Dazu servierte Regina Rötzschke im gut temperierten Bürgersaal Eiskaffee, Brezeln und Zopf.



Femmetastischer Abend:
Sie sind das, was sie spielten: Starke Frauen. Die Wörterwelten-Frauen stellten unerschrockene, schillernde und inspirierende Frauen dar und hatten, dem kühlen Wetter grad zum Trotz, einen starken Auftritt auf dem ausverkauften Patio. Schon der Einmarsch der sechs Akteurinnen geriet zum Statement. Ob Putzfrau, Zeitungsausträgerin, Krankenschwester, Mutter, Landwirtin oder Lehrerin - für Elke Hollmann, Simone Hussong, Birgitt Schlaich, Ulrike Szemjonneck, Regina Rötzschke und Karin Winter sind diese Frauen die Heldinnen des Alltags. Und so munter ging es weiter. Es startete der Podcast “Femmetastic” mit einem Rückblick auf die lange Geschichte der Frauenbewegung. Wer wollte, konnte Daten und Fakten auf drei großen Plakaten an der Patiowand nachlesen. Im Mittelpunkt der ersten Welle der Frauenbewegung stand Virginia Woolf, der Karin Winter markant Gesicht und Stimme gab. Den emanzipierten und arbeitssamen Frauen im Zweiten Weltkrieg setzten Simone Hussong und Birgitt Schlaich mit einem schwäbischen Schwatz ein Denkmal. Für die emanzipierten Forscherinnen der 60er Jahre stand Schimpansenforscherin Jane Goodall, die Birgitt Schlaich selbstbewusst verkörperte. Zwischendurch zitierte das Wörterwelten-Team, modisch aufgepeppt, genüsslich aus dem “Handbuch für die gute Ehefrau”. Nach der Pause wurde der Ton ernster. Regina Rötzschke las eindrücklich aus dem Tagebuch der afghanischen Journalistin und Fotografin Fatima Hossaini, die im vergangenen Jahr nur knapp vor den Taliban aus Kabul flüchten konnte. Das Wörterwelten-Team wisperte danach Zitate aus dem Buch und kehrte mit Mascha Kaleckos Gedicht “Grundlos vergnügt” zurück zum heiteren Ton. Elke Hollmann berichtete von Sinnsprüchen ihrer Oma. Simone Hussong las, höchst amüsant, eine Kolumne von Elke Heidenreich. Regina Rötzschke hatte alle Lacher auf ihrer Seite, als sie Evelyn Hamanns legendäre Anmoderation zu einem englischen Krimi zum Besten gab. Alle Akteuerinnen gestalteten zum Schluss den Sketch “Die Liebe und die Schwaben”. Ein Riesenapplaus war ihr Lohn. Theaterpädagogin Karin Winter, die aus den Ideen des Wörterwelten-Teams wieder einen tollen Theaterabend gemacht hatte, erhielt einen großen Strauß roter Rosen.

Reise in die Technikgeschichte: Lässig lehnt er an der Brücke, weiße Hose, weißes Hemd, dezent gemusterte Krawatte, dunkles Sacko, Sonnenbrille, die schwarzen Haare modisch aus der Stirn gekämmt, das geliebte Tonbandgerät liebevoll in Hand und Armbeuge: Das Foto zeigt Hermann Weiß Anfang der sechziger Jahre unterwegs mit seinen Freunden zum „Hasen“ in Rutesheim und zum „Hirsch“ nach Weissach. Das kleine mobile Tonbandgerät von Philips gibt es immer noch. Es steht im Zentrum der Ausstellung „Aufgenommen und abgespielt!“, die in der Jugendbücherei bis zum 28. Juli zu sehen ist. Später baute es Hermann Weiß, ausgebildeter Mechaniker, 40 Jahre lang tätig bei SEL mit Arbeitschwerpunkt Sondermaschinenbau, auch ins Auto ein – herausnehmbar selbstverständlich. Der Perouser Technikfan ist älter geworden, aber die Liebe zur Musik und zu den Tonbandgeräten ist geblieben. Seine Sammlung besteht inzwischen aus 26 Geräten unterschiedlicher Marken, drei Radiogeräten und einem Plattenwechsler. Bei der Vernissage führte er ausgewählte Geräte vor. Besonders interessant ist das Musik-Center 5001 von Schaub-Lorenz (1965) mit einem 126-Spuren-Tonbandgerät zum damaligen Preis von 1.248 DM. Leider konnte das Gerät nur Mono aufzeichnen und verfügte auch über kein Stereo-UKW. Es setzte sich am Markt nicht durch, unterhält aber die Familie Weiß seit beinahe 60 Jahren musikalisch. Gerne nutzten die Besucher der Vernissage die Gelegenheit, mit Hermann Weiß zu fachsimpeln. Zerlegte Tonbandgeräte luden dazu ein, die ausgefeilte Mechanik der Technikschätze zu bewundern. Eine präzisionsgefertigte Stahlwelle nahe bei den Tonköpfen, die mit konstanter Drehzahl rotiert, sorgt für eine konstante Bandgeschwindigkeit. An diese Tonwelle wird das Band durch eine gefederte Gummirolle, Andruckrolle genannt, angedrückt. Auf den Bandtellern wird das Bandmaterial über Rutschkupplungen mit geringem Widerstand abgewickelt und mit leichtem Zug auf der anderen Seite aufgewickelt. Zum Auftakt der Ausstellungseröffnung begrüßte Harald Schaber, Vorsitzender des Arbeitskreises Geschichte vor Ort, die Gäste im Bürgersaal. Er zeigte zum 10-jährigen Jubiläum des Arbeitskreises einen filmischen Rückblick auf die zahlreichen Aktiviäten und erhielt dafür viel Applaus. Martin Killinger, Erster Beigeordneter und Mitglied im Arbeitskreis, würdigte das große Engagement für die Ortsgeschichte. Zum Abschluss genossen die Gäste der Kooperationsveranstaltung von Arbeitskreis Geschichte vor Ort und Bücherei auf dem Patio gekühlten Wein und Kräuterbrot. Der Abendhimmel öffnete erst nach Veranstaltungsende seine Schleusen. In der Bücherei liegen die Flyer zum Rutesheimer Grenzweg zum Mitnehmen bereit.


Vorlesezeit mit Doris Horn: Begeistert waren die Kinder von der ersten Vorlesezeit mit Doris Horn. Sie las Gudio Hammesfahrs Bilderbuch “Frau Giraffe zieht um!”. Das liebenswerte Bilderbuchabenteuer um eine Giraffe, die gerne einen Tapetenwechsel möchte und deshalb von den Steppen Afrikas Richtung Meer aufbricht, machte Kindern und Vorlesepatin sichtlich Spaß. Am Schluss gab es für jedes Kind ein Giraffenfoto. Die nächste Vorlesezeit mit Doris Horn für alle Kinder ab vier Jahren ist am Mittwoch, 13. Juli, 15.30 Uhr in der Kinderbücherei. Das Büchereiteam freut sich über eine Anmeldung unter Tel.-Nr. 905767 oder per Mail (buecherei@rutesheim.de).

Aktives Reparaturteam: Das Team des Rutesheimer Repair-Cafés gab Hilfe zur Selbsthilfe bei vielen Reparaturen. So reparierte Organisator Albrecht Beck zusammen mit Günter Stiefel, Heinz Wöhr und Emrah Kilinc zwei Rollatoren und einige Fahrräder. Rainer Bahr (Elektronik) kümmerte sich beispielsweise um eine Hecken-Ast-Schere, ein Massagegerät, einen CD-Player, ein ferngesteuertes Auto und den Antrieb eines Fensters. Mehmet Birbalta (Elektronik) reparierte einen Computer und einen Rasentrimmer. Rainer Gschwind-Schilling schliff Messer und Scheren. Er wird auch beim nächsten Repair-Café am Samstag, 23. Juli, 9 bis 13 Uhr Messer schleifen. Anita Frohnmaier und Heidrun Kolodzick reparierten Textilien. Dora Kaiser und Renate Gantzhorn sorgten für ein tolles Teamfrühstück sowie für das Café. Renate Gantzhorn kümmerte sich um den Empfang. Organisator Albrecht Beck war am Schluss sehr zufrieden mit der regen Nachfrage nach Reparaturhilfen: "Wir können vieles, aber nicht alles reparieren. Wir zeigen auch Wege zur Reparatur auf. Manchmal weiß der Besucher dann aber auch, dass eine Reparatur nicht möglich ist."



Zuhören und Genießen:
Wie immer begeisterten Karin Hammer und Marie-Luise Schwarz mit einer bunten Literaturauswahl beim Zuhören und Genießen vor den Pfingstferien. Regina Rötzschke hatte die Tische liebevoll gedeckt und für Kaffee, Tee, Hefezopf und Brezeln gesorgt. Dann startete Karin Hammer den Literaturreigen mit Franz Hohlers Erzählung “Der Geburtstagskalender” aus dem Band “Der Enkeltrick”. Ein Mann, gerade Rentner geworden, entwickelt ein neues Hobby. Er schreibt allen Leuten, die im Geburtstagskalender stehen, Geburtstagsgrüße oder ruft an. Die Resonanz beflügelt ihn. Er weitet den Kreis der Geburtstagskinder immer mehr aus, bis er eines Tages sogar Papst Franziskus schreiben will. Darüber vergisst er den Geburtstag seiner Frau. Es folgte für Krimifreunde “Das Landei” von Ingrid Noll. Karin Hammer schloss mit “Kleinkrieg beim Frühstücksei” von Elke Heidenreich. Dann war Marie-Luise Schwarz an der Reihe mit Dietmar Bittrichs “Bei den schwedischen Elchen”. Im Urlaub ist die Realität nicht immer so, wie es einem vom Reisebüro vermittelt wird. Danach erzählte Horst Evers in “Ich war der Appendix” humorvoll von seiner Blinddarmoperation. Zum Schluss las Marie-Luise Schwarz “Ein Abend in der Oper” von Willy Breinholst. Ein Mann beobachtet von seinem Platz direkt am Orchestergraben, wie ein paar Musiker, die gerade Pause haben, Kreuzworträtsel machen. Er kann nicht widerstehen, ihnen mit allen möglichen Tricks bei der Lösung zu helfen und treibt damit seine Frau fast in den Wahnsinn. Wer die vergnügliche Vorlesezeit verpasst hat, kann zum nächsten Zuhören und Genießen am Donnerstag, 21. Juli, 14.30 bis 16 Uhr kommen. Das Büchereiteam bittet um Voranmeldung unter Tel.-Nr. 905767.


Historische Stadtführung:
Acht starke Frauen aus Rutesheim standen im Mittelpunkt der historischen Stadtführung, die viel Interesse fand. Mechthild Hagemeier-Beck stellte die Frauen vor auf der Grundlage von Harald Schabers Buch “Menschen … die Spuren hinterlassen haben” und von Willi Burgers Erinnerungen. Einleitend skizzierte sie, wann Frauen Zugang zu Bildung bekamen, wie die rechtliche Stellung von Frauen seit dem Württembergischen Landrecht von 1555 war und welche ökonomischen Rahmenbedingen es gab. Der Rundgang begann mit Sara Duppel (1789-1855) aus der Kirchstraße, eine Frau, die lesen und schreiben konnte, den Verlust von 14 ihrer 16 Kinder sowie ihres Hauses (Großer Brand 1837) annahm und theologisch deutete. Es folgte Gottliebin Duppel (1882-1949), die in der 1909 gegründeten Kleinkinderschule (Kirchstraße und Pfarrstraße) ohne Ausbildung zur ersten Erzieherin wurde und es 38 Jahre lang hochgeachtet und geschätzt blieb. Weiter ging es mit Friederike Berner (1871-1950) aus der Holderstraße und Pforzheimer Straße, die sich nach dem Tod ihres Mannes mit 61 Jahren als sehr beliebte Botin ökonomisch selbständig machte und in Stuttgart für die Rutesheimer einkaufte, Aufträge erledigte sowie Produkte in der Markthalle verkaufte. Ihre Position in der Adelswelt vertrat Maria Katharina Kohlmann aus der Holderstraße, Baronesse von Falkener (1819-1904), die als Webertochter einen hochgestellten Adeligen heiratete. Ida Pacholke (1918-2009) aus der Schulstraße war eine gläubige und überzeugte Bäuerin, Hauswirtschaftsleiterin, mit Interesse an Menschen aus vielen Ländern, hatte für jeden ein offenes Ohr. Sie verfasste Gedichte und besuchte noch bis ins hohe Alter Französischkurse. Emma Philippin (1904-1981) aus der Gebersheimer Straße, jahrzehntelang selbstbewusste Omnibusfahrerin, leitete den Omnibusbetrieb zusammen mit ihrem Mann und war Mutter von vier Kindern. Frau Dr. Brett war seit 1944 als erste Ärztin von Rutesheim mit Praxis in der Gartenstraße/Ecke Lindenstraße hochengagiert und Tag und Nacht für die Kranken im Einsatz. Erst 1958 kam mit Oberarzt Dr. Werner Härtter, Facharzt für Innere Medizin und Kinderarzt, ein zweiter Arzt nach Rutesheim. Rosine Jüngling (1834-1931) aus der Leonberger Straße, starb mit 96 ½ Jahren und war lange Zeit älteste Dorfbewohnerin. Als Witwe, deren sieben Kinder früh starben, war sie auf die tatkräftige Unterstützung ihrer Nachbarschaft angewiesen und erhielt sie. Sie verlor nie ihre Lebensfreude und ihren Mut, war nie krank, musste nie zum Arzt, war bis kurz vor ihrem Tod munter und geistig rege. Ihr Rezept: “Moscht, des mag i!”



Kostbare Streuobstwiesen:
Wie kostbar und artenreich Streuobstwiesen sind, das zeigte Thomas Köberle vom NABU Baden-Württemberg bei seinem informativen Vortrag im Bürgersaal. Der Ökologe hatte beeindruckende Fotos von Pflanzen, Insekten, Wildbienen, Vögeln und Säugetieren mitgebracht. Rund 5.000 Tier- und Pflanzenarten kommen in den Streuobstwiesen vor. Manche Arten können nur dort leben. Das Spiel von Sonne und Schatten auf den Wiesen erzeugt ein Kleinklima, in dem Leben in vielen Spielarten gedeiht. Noch gibt es rund sieben Millionen Obstbäume auf den Streuobstwiesen in Baden-Württemberg. Doch ihr Bestand ist durch geringere Regenfälle gefährdet. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren es noch 25 Millionen Bäume. Und sogar 40 Millionen Obstbäume zählte man im 17. und 18. Jahrhundert. Seit dem Mittelalter trug das Obst der Wiesen zur Ernährung bei: Die Früchte wurden sofort verkostet, zu Dörrobst verarbeitet, gemostet und zu Schnaps gemacht. Thomas Köberle rief dazu auf, die Streuobstwiesen zu schützen und bei Neuanpflanzungen die jungen Bäume gut zu umsorgen. NABU-Mitglied Roland Krebs, der den Vortrag in Kooperation mit der Bücherei organisiert hatte, berichtete vom Steinkauz-Projekt in den Rutesheimer Streuobstwiesen. Drei Brutröhren sind bereits belegt. Im 2. Obergeschoss der Bücherei gibt es einen Sondertisch mit Büchern zur Flora und Fauna der Streuobstwiesen.

Zuhören und Genießen: Ein volles Haus hatten Karin Hammer und Marie-Luise Schwarz beim jüngsten Zuhören und Genießen im Bürgersaal. Den Auftakt machte Karin Hammer mit Hermann Hesses Erzählung “Das erste Abenteuer” aus seinem Buch “Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne”. Hesse schildert, wie ihn eine Dame, die er sehr verehrt hat, verführen wollte, und er, blutjung, naiv und unerfahren lieber “Reißaus” nahm. Es folgte für Krimifreunde die Erzählung “Stiller Mord am See” von Katharina Ruben. Karin Hammer schloss mit Ingrid Nolls Hommage an ihre Mutter “Liebe Mutter” - ein Text, passend nicht nur zum Muttertag. Dann war Marie-Luise Schwarz an der Reihe. Sie las aus Döris Dörries Buch “Leben, schreiben, atmen - eine Einladung zum Schreiben”. Darin erzählt die Autorin kleine Episoden aus ihrer Kindheit/Jugend und aus ihrem Leben und animiert ihre Leser anschließend, doch auch zu diesen Themen etwas zu schreiben. Es folgte “Das rote Notizbuch” von Paul Auster. Unter dem Titel “Die Kunst des Hungers” erzählt er, wie er sich als junger Mann mit Übersetzungen mühsam über Wasser halten konnte und wie durch ein kleines Wunder vom nagenden Hunger gerettet wurde. Mit einer Art Gegenstück zu David Mayongas Geschichte las Marie-Luise Schwarz zum Abschluss Ursula Wölfels Erzählung “Nur für Weiße”. In Südafrika zur Zeit der Apartheid kommt ein kleiner Junge aus einem kleinen Dorf auf dem Land zum ersten Mal in der Stadt mit Weißen und den Regeln der Apartheid in Berührung. Das nächste Zuhören und Genießen ist am Donnerstag, 2. Juni, 14.30 bis 16 Uhr. Das Büchereiteam bittet um Voranmeldung unter 905767. Zutritt zu dieser Veranstaltung haben nur geimpfte und genesene Personen.



Repair Café:
Das Rutesheimer Reparaturteam um Organisator Albrecht Beck gab wieder Hilfe zur Selbsthilfe und sorgte mit 17 Reparaturen dafür, dass technische Kleingeräte (wie Heizlüfter, Ladegerät, Espressomaschine), Textilien, Fahrräder und Messer weiter benutzt werden können. Bei einigen technischen Geräten lautete die Diagnose von Reiner Schaber, Werner Nakelski und Mehmet Birbalta nach genauer Prüfung jedoch: Nicht reparabel. Rainer Gschwind-Schilling schliff Messer. Heidrun Kolodzick und Dora Kaiser reparierten Textilien. Sieghard Hahm, Günter Stiefel, Heinz Wöhr, Emrah Kilenc und Gabriel Dürr reparierten Fahrräder. Dora Kaiser und Renate Gantzhorn kümmerten sich um das Teamfrühstück. Renate Gantzhorn betreute den Empfang. Das nächste Repair Café ist am Samstag, 25. Juni, 9 bis 13 Uhr. Mit der gut ausgestatteten Fahrradstation vor dem Büchereieingang ist das Reparaturteam perfekt für das Reparieren von Fahrrädern vorbereitet.





Alltagsrassismus: Wie sich Alltagsrassismus anfühlt - das können wir nun dank David Mayonga ein wenig nachvollziehen. Im gut gefüllten Bürgersaal erzählte er humorvoll von seinen alltäglichen Erlebnissen mit Rassismus, rappte und las aus seinem Buch “Ein N**** darf nicht neben mir sitzen”. Für den Radiomoderator und Rapper alias Roger Reckless ist Alltagsrassismus das große Ding, das eine echte Herausforderung darstellt, dem wir uns aktiv stellen müssen. Alltag ist der Bereich, in dem Menschen ihre persönlichen Erfahrungen sammeln. Werden wir im Alltag unterschwellig rassistisch diskriminiert und bekommen zu spüren, dass wir nicht im Fenster der Normalität sind, wirkt diese Diskriminierung sehr nachhaltig. David Mayonga, überzeugter Bayer von Geburt an, erlebt seit dem Kindergarten Diskrimnierung. Oft wird Rassismus unbewusst reproduziert. David Mayonga zeigte dies an der Frage “Wo kommst du her?”. Diese Frage wird ihm immer wieder gestellt. Seine Antwort “Aus Markt Schwaben in Bayern” wird nicht akzeptiert. Der Fragende möchte hören, dass Mayongas Vater aus dem Kongo kommt. Mayonga formuliert es so: “Ich, der Fragende, bestimme, wo du herkommst.” Er lud seine Zuhörer*innen dazu ein, Vorurteile zu hinterfragen. Regina Rötzschke, Organisatorin der Veranstaltungen in der Bücherei, hatte für die Lesung einen langen Atem bewiesen. Ursprünglich für Ende 2020 passend zum Jahresthema “Mensch sein - Menschlichkeit” geplant, musste die Lesung wegen der Pandemie viermal verschoben werden. Umso glücklicher zeigte sich die Organisatorin, die den Künstler als humorvollen bayerischen Alleskönner ankündigte. Und sie behielt recht: Ein eindrücklicher Abend, und selbst, wer noch nie etwas mit Rap am Hut hatte, war Teil der Show. “Gib mir ein O” forderte David Mayonga alias Roger Reckless - und oh ja, er bekam ein “O” sowie langen, begeisterten Applaus.

Zuhören und Genießen: Ein humorvolles österliches Programm präsentierten Karin Hammer und Marie-Luise Schwarz beim jüngsten Zuhören und Genießen. Den Auftakt machte Ludwig Uhlands Gedicht “Frühlingsglaube”. Karin Hammer las die Erzählung “Geschmack” von Roald Dahl. Ein Gourmet versucht, durch einen faulen Trick eine Wette zu gewinnen. Der Einsatz: seine beiden Häuser gegen die 18-jährige Tochter seines Gastgebers. Der wiederum geht auf die Wette ein, weil er sich 100 % sicher ist, sie zu gewinnen und so seiner Tochter zwei Häuser zu verschaffen. Karin Hammer schloss “Ein paar Ostergedanken” von Martin Suter an. Marie-Luise Schwarz gab Jutta Profijts Erzählung “Buona sera, Senorina” zum Besten. Eine vitale Seniorin freut sich riesig, dass sie bei einem Schnuppertanzkurs als Model für eine Kosmetikartikel-Werbekampagne ausgewählt wird. Wofür sie Werbung gemacht hat, ist dann allerdings eine üble Überraschung. Marie-Luise Schwarz verlängerte den humoristischen Bogen mit “Osterhasi” von Ulrike Herwig. Einige überkandidelte junge Mütter bekommen den Schock ihres Lebens, als sie sehen, dass ihre Kleinkinder mit einer toten Ratte spielen und schmusen, weil sie das Tier für den Osterhasen halten. Die vielen Zuhörerinnen genossen das mitreißende Programm bei heißen Getränken und Gebäck. Das nächste Zuhören und Genießen ist am Donnerstag, 12. Mai, 14.30 bis 16 Uhr. Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich.


Ein Abend zum Nachsinnen:
Er hat Menschen im Hospiz zugehört, ihre (Lebens-)Geschichten erfahren und erkannt, dass Lieder unser Leben prägen. Viele Melodien erklangen im Bürgersaal. Auf der großen Leinwand zeigte der Künstler und Autor Stefan Weiller Bilder, Szenen und Gedanken, zu einer beeindruckenden und packenden Collage verdichtet. Dazu erzählte er eindringlich sensible Geschichten voller Empathie, Lebensfarben und Humor. Stefan Weillers prägende Lebenslieder waren von Barbra Steisand, Madonna, die Spice Girls und The Cure. Zu seinem Thema “Letzte Lieder” kam er, als er als Tageszeitungsjournalist vor einigen Jahren erstmals über ein Hospiz schrieb. Die Dame, die er interviewte, empfing ihn mit dem Song “Immer wieder Sonntags” von Cindy und Bert. Sie war mit ihrer Musiksammlung ins Hospiz eingezogen. Seitdem spürt Stefan Weiller den Liedern und Geschichten von Menschen am Lebensende nach. Er schätzt die segensreiche Arbeit der stationären Hospize und ambulanten Hospizdienste. Hospizreferentin Claudia Berner vom Hospiz Leonberg e.V. hatte sich seit 2019 um einen Auftritt von Stefan Weiller bemüht. Sie freute sich, dass die Technik AG des Gymnasiums Rutesheim den Künstler gekonnt in Szene gesetzt hat. Günther Wöhler, Vorstand Hospiz Leonberg e.V., begrüßte die zahlreichen Besucher. Mit dem Abschlußsong “Let it be” (frei übersetzt: Lass es geschehen) von den Beatles ermutigte Stefan Weiller die Zuhörer, der eigenen Lebensgeschichte und den eigenen Lebensliedern nachzuspüren. Er erntete langanhaltenden Schlussapplaus.


Peter Prange begeisterte:
Langanhaltenden Applaus erhielt der Bestsellerautor Peter Prange am Ende seiner ebenso leidenschaftlichen wie informativen Lesung aus dem Roman “Der Traumpalast - im Bann der Bilder”. Gekonnt führte er die Zuhörer in die Welt der 20er Jahre, als die Menschen nach Freiheit in allen Lebensbereichen strebten und am Ende in der kollektiven Selbstentmündigung des Nationalsozialismus landeten. Packende Textpassagen wechselten sich in der Lesung mit historischen Informationen ab. Wer hatte schon gewusst, dass die Ufa eine Gründung des Militärs am Ende des 1. Weltkriegs war, um die Bevölkerung zu weiteren Kriegsanleihen zu bewegen? Peter Prange zeigte sich als Meister des historischen Romans: Auf der Grundlage exakter Recherchen schreibt er spannende, berührende und mitreißende Geschichten.


Trauer gehört zum Leben: Sibylle Bossert, zertifizierte Erwachsenentrauerbegleiterin im Hospiz St. Martin, ging mit 14 Teilnehmerinnen den “Weg der Trauer”. Ihr einfühlsamer Vortrag gab viele Anregungen, wie wir mit Trauer in unserem Leben umgehen können und welche Phasen der Trauerprozess durchläuft. Auf einem Sondertisch im 2. Obergeschoss findet man Sachbücher zu den Themen Tod und Trauer. Bilderbücher und ein Kindersachbuch ermöglichen Erwachsenen, mit Kindern über das Thema ins Gespräch zu kommen.

 


Fleißiges Reparaturteam: 22 Reparaturen bearbeitete das Team vom Rutesheimer Repair Café. Sieghard Hahm, Günter Stiefel, Emrah Kilinc und Gabriel Dürr brachten die Fahrräder wieder in Schwung. Rainer Bahr und Werner Nakelski kümmerten sich um technische Kleingeräte. Monika Kilper, Elke Kilper und Heidrun Kolodzick reparierten Textilien. Für das Teamfrühstück waren Renate Gantzhorn und Gerlinde Keller zuständig. Das nächste Repair Café ist am Samstag, 9. April, 9 bis 13 Uhr.

 


Zuhören und Genießen: Mit einem vielgestaltigen Vorleseprogramm verwöhnten Karin Hammer und Marie-Luise Schwarz ihre Zuhörerinnen beim ersten „Zuhören und Genießen“ nach der Pause. Den Auftakt machte Marie-Luise Schwarz mit der Erzählung „Mr. Lustgarten verliebt sich“ aus dem Erzählband „Fromme Lügen“ der Deutsch-Amerikanerin Irene Dische. Ein schon dementer Greis verliebt sich in seine polnische Haushaltshilfe. Die Söhne fürchten um ihr Erbe. Dann folgte eine Episode aus Benjamin v. Stuckrad-Barres „Wintertagebuch“ (Aus dem Erzählband „Auch Deutsche unter den Opfern“). Der Autor beschreibt, wie er sich in Berlin ein Paar Stiefel kauft. Nach der Pause las Karin Hammer „Der Enkeltrick“ von Franz Hohler. Den Bürgersaal hatte Regina Rötzschke frühlingshaft mit Tulpen dekoriert. Bei Kaffee, Tee, Hefezopf und Brezeln genossen die zahlreichen Zuhörerinnen den Nachmittag. Das nächste Zuhören und Genießen ist am Donnerstag, 14. April, 14.30 – 16.00 Uhr.