Berichte



Kinder gestalten Hörspiel

Zusammen mit dem Autor Christian Seltmann gestalteten 117 Zweitklässler der Theodor-Heuss-Schule bei zwei Lesungen im Bürgersaal ein Hörspiel. Der Clou: Grundlage des Hörspiels war das zweite Buch des Erfolgsautors aus der Reihe "Robin Cat", das erst im Juni erscheinen wird. Zunächst klärte Christian Seltmann mit den Kindern ab, was zu einem richtigen Hörspiel dazu gehört: Natürlich ein starker Text, dazu Musik und viele Geräusche. Für den Text und die Musik sorgte der Vater von zwei Kindern selbst. Für die Geräusche waren die begeisterten Zweitklässler zuständig. Innerhalb weniger Minuten wurden die Kinder zu gewieften Geräuschemachern: Hier ein wenig "Schubidu" für die sich im Wind wiegenden Palmen auf der Südseeinsel Mumpitz, dort ein energisches Trommeln unter der Sitzfläche für die Hamster, die das "Robbolin", Robin Cats einzigartigen Lang- und Kurzstrecken-Fahr-Flug- und Schwimm-Apparat, antreiben. Nach einer Entspannungspause mit Lockerungsübungen wurde es ernst. Die Hörspielaufnahme begann. Christian Seltmann zauberte auf seiner Gitarre Südseeklänge, sprach die Geschichte mit verschiedenen Stimmen, die Kinder steuerten engagiert ihr Klangkonzert bei - und Robin Cat, seines Zeichens tierischer Held mit Gitarre, half dem Wikingerjungen Heini bei seiner Mutprobe auf den steilen Felsen. Eine Geschichte voller phantastischer Einfälle zeichnete das Smartphone des Autors auf, verbunden mit einer wunderbaren Botschaft: Held kann man nicht alleine sein, man braucht dazu andere Menschen.

Küchenwunder Kräuter

Ohne Chemie mit Kräutern für Pep in der Küche sorgen - dazu lud die Kräuterpädagogin Claudia Nafzger bei ihrem Vortrag im ausverkauften Bürgersaal ein. Die kostbaren Lebensmittel Wild- und Gartenkräuter sind ein Superfood und machen, so die Fachfrau, aus einem Dip, einem Quark oder einer Tomatensuppe einen kulinarischen Höhepunkt. Ein Höhepunkt war auch der Vortrag von Claudia Nafzger. Humorvoll, informativ und niemals langweilig warb sie für die Wildpflanzen - nachhaltigste Lebensmittel mit wertvollen sekundären Pflanzenstoffen. Die Kräuterpädagogin machte Lust darauf, in der Natur die Kräuter zu entdecken. Auf jedem Spaziergang nach nur einer speziellen Pflanze Ausschau zu halten, verspreche den größten Gewinn. Ein Allheilmittel ist für Claudia Nafzger die Meerettichwurzel: Eine Kehrwoche auf Schwäbisch (ohne etwas zu tun) für den Hals- und Rachenraum. Claudia Nafzger stellt aus Wildkräutern Pasten her und macht Kräuter mit Steinsalz haltbar. Einige ihrer Rezepte konnten die begeisterten Zuhörer als Merkzettel mitnehmen, dazu viele Tipps, wie die wertvollen Inhaltsstoffe der Kräuter beim Erhitzen erhalten werden können.



k&k diseusen begeisterten

Eine Epoche voller Leben und voller Kreativität in Literatur und Musik, die zwanziger und dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts, erweckten "k & k diseusen" bei ihrem umjubelten Auftritt im gänzlich ausverkauften Bürgersaal zum Leben. Karin Brandt (Klavier und Gesang) und Karin Winter (Schauspiel und Gesang) hatten ein wunderschönes Programm zusammengestellt. Mitreißende Chansons wie "Mackie Messer" oder "Mein Papagei frisst keine harten Eier" wechselten sich mit Texten von Berholt Brecht, Kurt Tucholsky oder Erich Kästner ab. Kleine Spielszenen verbanden Lieder und Gedichte. Gut gelaunt entlockte Karin Brandt, gehüllt in ein grünes Seidenkleid mit Zipfelrock, dem Piano muntere Melodien. Karin Winters tragende Stimme füllte den Raum. Sie gestaltete die Texte akzentuiert, variierte Lautstärke, Tempo und Volumen der Töne. In Frack und Zylinder gab sie der vordergründigen Heiterkeit der Chansons mit der dahinter liegenden Melancholie und Bitterkeit ihre Stimme. Nach der Pause dann der Kostümwechsel: Karin Brandt am Klavier nun in Frack und Zylinder, Karin Winter als Frau mit einem neckischen Käppchen auf dem blonden Kurzhaar. War vor der Pause viel Nachdenkliches im Programm, so erhöhten die beiden musikalisch das Tempo und hatten sichtlich Spaß an frechen Texten. Das Publikum, ganz im Kabarett-Modus, johlte begeistert mit dem Papagei, der keine harten Eier frisst, und mit Egon, der eine Frau in den Suff treibt. Nach diesem gelungenen Abend passte die Zugabe der "k & k diseusen" perfekt: "Für mich solls rote Rosen regnen" - und die erhielten Karin Brandt und Karin Winter auch am Ende von der stellvertretenden Büchereileiterin Patricia Zimmermann.

Vergnügliche Schottland-Reise

Eine vergnügliche Schottland-Reise unternahm Patricia Zimmermann im ausverkauften Bürgersaal. In faszinierenden Bildern und mit launigen Texten blickte sie zurück auf ihre 11-tägige Rundreise von Glasgow durch die Highlands mit dem Ben Nevis, dem höchsten Berg Schottlands (1.344 Meter), weiter durch Cairngorms in die Central Lowlands bis nach Edinburgh. Die begeisterte Wanderin hatte Bilder von der traumhaften Natur am Fernwanderwg West Highland Way mitgebracht: Grüne Hügel, Heidekraut und einen Himmel voller Wolken, die Schatten auf die Landschaft werfen. Wind und Regen gehören zu einem Outdoor-Urlaub in Schottland dazu, das stellte Patricia Zimmermann ganz gelassen fest. Schließlich sind diese Wetterverhältnisse genau das, was die Tausenden von winzigen Stechmücken, Midges genannt, nicht mögen. Fehlen Wind, Kälte und Regen, helfen nur eine stinkende Creme oder ein spezielles Midgesnetz, das man sich komplett über den Kopf zieht. Dazu kommen selbstverständlich lange Hosen und eine langärmelige Oberbekleidung, was, so die reiseerprobte stellvertretende Büchereileiterin, bei den Temperaturen in Schottland nicht schwer fällt. Neben der Landschaft begeisterte sich Patricia Zimmermann für die sehr höflichen Menschen in Schottland und für die interessanten Städte voller historischer Bauwerke, anspruchsvoller moderner Architektur, vielgestaltigen Shops und netten Bars. Natürlich hatte sie für ihren Vortrag auch Whiskys ausgewählt - das schottische Wasser des Lebens. Eine typische schottische Bar in Tomintoul offeriert bis zu 250 Whiskys. Patricia Zimmermann ließ es bei drei Proben bewenden. Sie mundeten den begeisterten Zuhörern - ein "slàint mhath" (gälischer Trinkspruch=gute Gesundheit) auf einen gelungenen Vortrag!



Schräggastro-Krimi mit Bierprobe

Herrlich schräg, lakonisch leicht - der Stuttgarter Krimiautor Thomas Lang schickte im Bürgersaal den Ermittler Minkin in den zweiten Fall mit dem Titel "Goldbergs Formel". Seine Mission: Die Weltformel des Bieres vor einem globalen Bierriesen schützen. Die Recherchen führen den Ermittler in Stuttgarter Vorstadtkneipen mit eingeschränkter Speisekarte, Kraichgauer Lokalitäten mit knorrigen Typen und in das Eldorado des Pils: Nach Pilsen. Schön für die Zuhörer im vollbesetzten Bürgersaal: An jeder Ermittler-Station gab es ein typisches Bier, kundig und launig präsentiert vom Bierfachmann Axel Grehl. Dazu interviewte Thomas Lang, im Hauptberuf Anwalt, noch den Kabarettisten Thorsten Majer, der "den Beckenbauer" und "den Kretschmann" gab. Beste Unterhaltung bei süffigen Getränken - so wünschen sich Bierfreunde, und solche, die es vielleicht werden wollen, einen Bierkrimiabend. Da konnte Patricia Zimmermann, Eventmanagerin und stellvertretende Büchereileiterin, in ihrer Begrüßung nur Lob verteilen - obwohl der angekündigte Blues-Musiker Thomas Putze nach Kanada fliegen musste und sein Ersatz Marcel Engler von Loisach Marci mit Grippe im Bett lag. Thomas Lang hatte wunderbaren Ersatz organisiert - ganz im Sinne seines Ermittlers Minkin: "Es war an der Zeit, die Köpfe hochzukrempeln".



Gutes Lesefutter für Jungs

Über gutes Lesefutter für Jungs sprach Mechthild Hagemeier-Beck bei der jüngsten Ausgabe von "CWB am Samstag - kurz und knackig". Sie betonte, dass sich Jungen dann für Bücher interessieren, wenn sie lustig und spannend sind. Die Texte sollten nicht zu lang sein. Grafiken, Bilder und Comics machen Jungen Spaß. Aktionsreiche Geschichten begeistern sie. Jungen wollen sich in ihrer Fantasie als einen echten Helden erleben, der zupackend und siegreich ist. Eltern sollten großzügig sein, wenn ihr Sohn Zombiegeschichten und Gruselromane lesen will. Auch Comiclesen ist nicht zu verurteilen. "Asterix", "Lucky Luke", "Spirou und Fantasio" oder "Tim und Struppi" sind Klassiker, die Jungen immer noch begeistern. Die Schrift ist erstaunlich klein, und trotzdem verschlingen Jungen die Comics, weil sie daran Spaß haben. Ganz unmerklich werden die Jungen beim Comiclesen im Lesen besser. Manche Jungen mögen keine erfundenen Geschichten. Für sie sind Sachbücher mit wenig Text eine gute Möglichkeit. Zu diesen Büchern gehören Ausgaben der Reihe "Memo Wissen Kids", aber auch Sacherstlesebücher.

Für Jungen ist es wichtig, dass sie ihre Väter als Lesende erleben. So verfestigt sich bei ihnen nicht der Eindruck, dass Lesen unwichtig ist, weil Papa ja gut durchs Leben kommt, obwohl er nicht viel liest. Jungen sind begeistert, wenn der Papa abends spontan sagt: "Ich habe heute richtig Lust, mit dir ein Buch zu lesen. Welches Buch findest du toll?" Dann können sich Väter und Söhne gemeinsam mit einem Buch auf dem Sofa lümmeln und sich gegenseitig vorlesen oder von dem aktuellen Buch erzählen. Dicke Bücher machen manchen Jungen Angst: Oje, schon wieder so ein Schmöker, den ich nicht packen werde! Dem weichen sie aus. Genauso wie regelmäßigen Abendterminen mit obligatorischem Lesen, die nach Lernen und Arbeit riechen. Der Spaß am Lesen sollte in der Familie im Vordergrund stehen. Die Bücherei bietet dafür gutes Lesefutter: Auf dem Tisch im Eingangsbereich der Bücherei sind die Empfehlungen des Büchereiteams zu finden und können sofort ausgeliehen werden. Das Büchereiteam berät gerne Jungen, die nach neuem Lesestoff suchen. Einfach an der Theke melden - schon geht es los!

 



Büchereiteam besuchte Kinder- und Jugendbuchwochen: Fünf Frauen - eine Mission: Barbara Grothe, Mechthild Hagemeier-Beck, Alexandra Hering, Corinna Klügling und Patricia Zimmermann vom Büchereiteam besuchten die Kinder- und Jugendbuchwochen in Stuttgart und recherchierten intensiv nach neuen Medien. Mit Erfolg: Auf vielen Listen notierten sie die Novitäten bei Bilderbüchern, Erstlesebüchern, Erzählungen für Kinder, Romanen für Jugendliche, Sachbüchern und Hörbüchern. Die Kunden können sich auf viele neue Medien freuen und auf Medientipps von den Büchereimitarbeiterinnen, die von dem Angebot bei den Kinder- und Jugendbuchwochen begeistert waren.

 

Am Leben Erkrankter teilnehmen

Neugierig zu sein, am Leben eines erkrankten Kindes und seiner Familie teilzunehmen - darum warb die Autorin Anja Gumprecht bei ihren beeindruckenden Lesungen im Bürgersaal. Zum bundesweiten Tag der Kinderhospizarbeit las sie am Nachmittag für Kinder und am Abend für Erwachsene aus ihrem Buch "An der Leine" - unserem Medium der Woche.

Im Buch erzählt sie Geschichten aus dem Leben ihrer an Leukämie erkrankten Tochter Lina - offen und mit viel Humor. Dabei weiß sie sich im Einklang mit Lina, die ihr Leben des Zwangs und der Sorge offensiv annahm: Ohne Haare, mit einem Katheter und einem allgegenwärtigen Infusionsständer, ständigem Abstand zu anderen Menschen wegen der Infektionsgefahr und mit vielen Aufenthalten in der Tagesklinik. Vier Jahre ist Lina alt, als die Leukämie ausbricht. Lina gibt das Tempo vor, ist stolz auf ihre Tablettenberge, die sie ohne Umstand mit Wasser herunterspült. Sie legt sich, umgeben von einem Pylonenkreis, mitten ins Wohnzimmer. Sie ist der Meinung, dass es völlig normal ist, mit vier Jahren Leukämie zu haben. Heute ist Lina neun Jahre alt und ohne Leukämie. Sie hat kleine gesundheitliche Einschränkungen und genießt es, zur Schule zu gehen. Bei der Lesung am Nachmittag konnten die zuhörenden Kinder gar nicht genug von den Geschichten bekommen. Anja Gumprecht hatte einiges an Anschauungsmaterial aus dem Alltagsleben ihrer kranken Tochter mitgebracht: Ein buntes Kathetertäschchen, einen geflochtenen Stoffzopf als Ersatz für die ausgefallenen Haare, Pflaster in allen Größen, eine Schlauchklemme sowie einen Infusionsschlauch. Sie zeigte den Kindern, was das Wichtigste in der Krankenhaustasche ihrer Tochter war, nämlich eine Taschenlampe. Da der Weg von ihrem Zuhause in Frankfurt/Oder bis zu Klinik in Berlin zwei Stunden dauerte und durch viele Tunnel führte, war es wichtig, eine Taschenlampe dabei zu haben. So konnte Anja Gumprecht ihrer Tochter während der Fahrt vorlesen.

Bei der Lesung am Abend schilderte Anja Gumprecht, wie sie das Buch "An der Leine" zusammen mit der Illustratorin Anne Vockeroth entwickelte. Selbst Mutter einer krebskranken Tochter hatte die Künstlerin die Innensicht und malte Bilder von großer Eindrücklichkeit. Die Lesungen wurden organisiert von Monika Friedrich, Koordinatorin Ambulanter Kinderhospizdienst für Kinder und Jugendliche. Sie wies in ihrer Begrüßung darauf hin, dass die Kinderhospizarbeit ab Diagnosestellung beginnt. Die Mitarbeiter begleiten betroffene Familien mit erkrankten Kindern, Jugendlichen oder Elternteilen über die lange Zeit der Erkrankung. Sie sind bei trauernden Familien. Helfende Hände sind willkommen. Menschen, die Zeit und Kraft einbringen wollen, um den Ambulanten Hospizdienst für Kinder und Jugendliche zu unterstützen, können sich an die Leitung unter der Telefonnummer 07152/3355204 wenden.



Vorlesen macht Spaß und schafft Nähe

M. Hagemeier-Beck

Tipps für Vorlesezeiten: Unter dem Motto "Vorlesen macht Spaß und schafft Nähe" lud Büchereileiterin Mechthild Hagemeier-Beck im Rahmen der Reihe "CWB am Samstag - kurz und knackig" die Erwachsenen dazu ein, Vorlesezeiten als wunderbare Zeiten gemeinsamen Erlebens, Entdeckens und Erzählens zu sehen. Auch Schulkinder genießen diese Zeiten noch sehr. Schon Babys im Alter von drei Monaten freuen sich über Vorlesen im weitesten Sinn und lernen Sprache über Zuhören und Erleben. Dazu zählen das Zeigen auf Gegenstände und das Sprechen darüber, Gute-Nacht-Lieder und das Erzählen beim Wickeln. Ab dem fünften Monat lernen Babys, dass gesehenes und gehörtes Sprechen zusammengehören. Ab dem sechsten Monat freut sich das Baby an klaren Farben und einfachen Formen. Ab dem neunten Monat versuchen Babys beim Betrachten von Büchern die Wörter nachzusprechen. Sie möchten mitblättern. Mit zwei Jahren interessiert sich das Kind für kleine Geschichten, die es miterleben will und bei denen es mitmachen kann. Menschen werden nicht als Lesende geboren. Ihr Gehirn muss sich erst darauf einstellen. Kinder möchten Erwachsene als Lesende erleben. Mit Bilderbüchern werden Kinder vertraut mit Büchern. Die Christian-Wagner-Bücherei hat 1.380 Bilderbücher, darunter 50 Pappbilderbücher sowie 50 Vorlesebücher und 750 Erstlesebücher im Angebot.

 



Neuseeland-Vortrag begeisterte

90 begeisterte Zuhörer ließen sich von Helmut Mutschler an einem stürmischen und regnerischen Tag nach Neuseeland entführen. In seinem Vortrag "Mit dem Rad durch Neuseeland" zeigte er traumhaft schöne einsame Landschaften mit unzähligen Schafen am Wegesrand, weiße Sandstrände, verschneite Berge, Seen mit tiefblauem Wasser und lebendige Städte. 2.550 Kilometer hat Helmut Mutschler per Rad am anderen Ende der Welt zurückgelegt und das beliebte Reiseziel dabei im wahrsten Sinne erfahren. Der Vortrag machte Lust darauf, selbst einmal Neuseeland zu besuchen. Medium der Woche ist das Dumont Reise-Handbuch "Neuseeland" von Hans Klüche. Es zeigt Entdeckungsreisen von den Metropolen Auckland und Wellington an die endlosen Strände des Northland und in die Nationalparks an der West Coast.