Berichte

Mit den Bienen durch das Jahr

Die Grundschullehrerin und Imkerin Patricia Günther stellte Kindern und einigen Eltern ihr Buch "Mein Opa ist Imker - mit den Bienen durch das Jahr" vor. Spannend las sie im Bürgersaal kurze Texte über die Erlebnisse von Nils, der seinen Opa, einen Imker, und dessen Bienen durch das Jahr begleitet. Lebhaft erzählte sie dazu, was ein Imker alles machen muss und welche Dinge er dazu benötigt. Patricia Günther hatte Imker-Zubehör mitgebracht: Eine komplette Holzbeute, also das Haus der Bienen mit den Rähmchen, aus denen der Honig herausgeschleudert wird, sowie einen Smoker mit Blasebalg, um sich bei der Arbeit mit den Bienen vor Stichen zu schützen. Weil alles so anschaulich war, waren die Kinder mit großem Interesse dabei. Einige von ihnen sind schon richtige Experten rund um die Bienen. Das Buch von Patricia Günther ist nicht nur eine spannende Geschichte.

 

Repair Café Rutesheim

18 Bürgerinnen und Bürger möchten bei einem Repair Café in Rutesheim mitmachen. Sie möchten Mithilfe anbieten bei der Reparatur von Elektrogeräten, Fahrrädern, Textilien, Kleinmöbeln und Spielzeug oder sich um die Organisation des Cafés, um Kaffee und Kuchen, kümmern. Am 1. Juni soll im Bürgersaal das erste Repair Café Rutesheim stattfinden. Dies ist das Ergebnis der Infoveranstaltung, in der Albrecht Beck das Konzept des Repair Cafés vorstellte. Zunächst zeigte er Beispiele von Geräten, die er selbst repariert hat. Bügeleisen, Fahrradsattel, Fahrradnabe, Schalthebel und Fotoapparate erhielten durch die Reparatur eine neue Chance. Bereits seit vier Jahren beschäftigt sich der Rutesheimer mit dem Konzept der Repair Cafés und hat beim Repair Café in Leonberg hospitiert. Albrecht Beck betonte, dass Repair Cafés die Produktion von Müll reduzieren. Defekte Elektrogeräte würden derzeit teilweise nicht geordnet recycled, sondern landeten in Afrika. Dort würden sie verbrannt, um die in den Altgeräten enthaltenen Rohstoffe zu gewinnen. Ganze Landstriche verödeten dabei. Durch die längere Nutzung von Gegenständen würden weniger Rohstoffe verbraucht. Die Menschen erhielten die Kontrolle über Gegenstände und Kleidung, weil sie selber reparieren könnten. Es mache Spaß, gemeinsam etwas zu tun. Die Teilnehmer an der Infoveranstaltung zeigten große Lust, dabei zu sein.

 

Schönes Schwäbisch

Eberhard Kögel

Die Schönheit der schwäbischen Sprache zum Klingen brachte der Heimatforscher und Journalist Eberhard Kögel bei seinem mitreißenden Vortrag im ausverkauften Bürgersaal. Der kernige "Ebbe" aus dem Remstal, Landwirtssohn und studierter Soziologe, sprach Gedichte der "zwei besten schwäbischen Dichter": August Lämmle und Josef Eberle, alias Sebastian Blau. Mit sichtlichem Vergnügen gab er die Kleinode der "Wohllautmaler" zum Besten: Akzentuiert, pointiert, die Feinheiten herausarbeitend. Unbekannte schwäbische Begriffe erklärte er vor der Rezitation. Auch seine Informationen über die Lebensläufe der beiden Dichter präsentierte er auf Schwäbisch, langsam genug und so deutlich gesprochen, dass auch Zugereiste viel von diesem Abend mitnehmen konnten. Ebbe Kögel legt Wert darauf, ein etwas anderer Heimatforscher zu sein. Ihm geht es darum, die alten Zeiten nicht zu idealisieren. Das Leben auf dem Land sei hart und entbehrungsreich gewesen. Menschen, die nicht in die Dorfgemeinschaft passten, habe man ausgegrenzt. Historische Fakten will Ebbe Kögel transparent machen. August Lämmle als Dichter berühre ihn, weil er eine ihm selbst bekannte Welt des bäuerlichen Lebens beschreibe. Lämmle sei ein herausragender schwäbischer Dichter. Doch das Dichteridol sei durch die NS-Zeit vom Sockel geholt worden. Der 1876 geborene Lämmle, zunächst Volksschullehrer und dann volkskundlicher Forscher, trat bereits am 1. Mai 1933 in die NSDAP ein. Er stand seit 1939 dem Bund für Heimatschutz vor, wurde Leiter der Reichsschrifttumkammer und wollte mit seiner Blut- und Bodendichtung die bäuerlichen Schichten an den Nationalsozialismus heranführen. Nach 1945 wurde er als Mitläufer eingestuft, erhielt 1951 einen Professorentitel und wurde 1952 Ehrenbürger von Leonberg.

Den 1901 geborenen Josef Eberle hingegen, gelernter Buchhändler und später Lektor beim Süddeutschen Rundfunk, belegten die Nationalsozialisten 1933 mit Berufsverbot. Als Antifaschist wurde er ins KZ geschickt. Nach 1945 erhielt er von den Aliierten als Mitherausgeber der Stuttgarter Zeitung die Konzession zum Zeitungsdruck. Ebbe Kögel findet es bemerkenswert, dass sich Josef Eberle in seinen Gedichten nur punktuell zur braunen Vergangenheit von Zeitgenossen geäußert hat, sich aber 20 Jahre lang weigerte, noch auf Schwäbisch zu dichten. In dieser Zeit formulierte er auf Latein und Hochdeutsch. Beim 80. Geburtstag von August Lämmle hielt er die Festansprache. Mit dem Gedicht "D`Neckar" von Josef Eberle beschloss Ebbe Kögel den Abend. Er gestaltete ihn bewusst als eine Werbung dafür, Schwäbisch im Alltag zu sprechen. Das ist ihm vortrefflich gelungen - vielen Dank dafür!

 

Reisebericht Aland-Inseln

Die Schönheit der Aland-Inseln mit ihrer Schärenlandschaft zeigte Patricia Zimmermann bei ihrem unterhaltsamen Vortrag im ausverkauften Bürgersaal. Poetische Landschaftsbilder, von Meer und Wind geformte Steine, Wälder mit Charakter und dies unter einem beständig blauen Himmel überzeugten die begeisterten Zuhörer davon, dass die 6.700 Aland-Inseln, eine weitestgehend politisch autonome Region Finnlands mit schwedischer Amtssprache, ein phantastisches Reiseziel für alle sind, die Natur und Ruhe lieben. Per Bus, Fähre und zu Fuß war die stellvertretende Büchereileiterin unterwegs und empfahl, Ende Mai und im Juni die Inseln zu bereisen. Dann beginnen die "weißen Nächte", jene Zeit, wenn es nicht mehr richtig dunkel wird, aber der große Touristenstrom noch nicht eingesetzt hat. Neben locker präsentierten Bildern und Informationen hatte Patricia Zimmermann auch das Lieblingsgericht der Insulaner vorbereitet: Aland-Pfannkuchen mit Pflaumenkompott und Sahne. Dazu gab es an drei Reisestationen landesübliche Schnäpse. Am Ende wollten die Zuhörer wissen, wohin die nächste große Reise geht: St. Petersburg steht 2020 auf dem Programm der begeisterten Wanderin, die mit ihren munteren Reisevorträgen schon eine Tradition begründet hat.