Berichte

Repair Café gestartet

Einen sehr guten Start hatte das Repair Café, das im Rahmen des Jahresthemas der Bücherei stattfand. Paul Pramberger und Ilias Georgiadis (Elektro), Siegfried Hahm und Günter Stiefel (Fahrräder), Mehmet Birbalta (PC, Radio), Hans-Jörg Friedrich (Elektro, PC), Holger Liskow (Elektro) sowie Monika Kilper, Anita Frohnmaier und Heidrun Kolodzick (Textil) reparierten insgesamt 18 Gegenstände und Textilien. Dazu gehörten zwei Staubsauger, drei Fahrräder, zwei Tischlampen, ein Akkuschrauber, ein Vertikutierer, eine Bohrmaschine, zwei Radios, eine Handtasche, Kinderbekleidung, ein wackeliger Stuhl und eine Kindergitarre. Dora Kaiser und Renate Gantzhorn betreuten das Café und empfingen die Gäste, die zahlreich in den Bürgersaal mit seiner schönen Atmosphäre und zur Fahrrad-Station im Foyer der Bücherei kamen. Kuchenspenden sorgten für ein reiches Büffet.

Das Repair Café-Team begann den ersten Öffnungstag mit einem gemeinsamen Frühstück. Bürgermeisterin Susanne Widmaier freute sich mit Repair Café-Initiator Albrecht Beck über die gute Resonanz an einem zentralen Ort. Das Team vom Rutesheimer Reparaturcafé ist am Samstag, 20. Juli, 9 bis 13 Uhr im Bürgersaal wieder am Start. Neben Kleingeräten und Fahrrädern werden gerne kleine Reparaturen an gewöhnlichen Textilien und geliebten textilen Gebilden, die sonst vielleicht als irreparabel gelten, gemacht. Außerdem gibt Heidrun Kolodzick Tipps, wie es mit angefangenen Handarbeiten weiter gehen könnte. Freiwillige Spenden sind willkommen.

Sechs Saiten - eine Welt

Mit sechs Saiten eine Welt gezaubert hat der Gitarrist und Kompositionspreisträger Volker Luft im Bürgersaal. An einem wunderschönen Frühlingsabend reiste er auf seiner besonderen Gitarre nach Spanien, Amerika, England, Irland, Frankreich und Deutschland. Seine Kompositionen und Bearbeitungen von Stücken berühmter Komponisten zogen die Zuhörer in ihren Bann. Faszinierend, dass Volker Luft auf der Gitarre alles spielt: Flamenco, Blues, Celtic, Musik der Renaissance, das Werk Johann Sebastian Bachs. Dazu plaudert er noch unterhaltsam über die Stücke und verfasst Bücher, die Gitarrenliebhabern das Nachspielen der Stücke ermöglichen. Am Schluss stimmte das Publikum begeistert in das letzte Stück mit ein: "Der Mond ist aufgegangen" - und am türkis-farbenen Abendhimmel ging tatsächlich der Mond auf

 



Wilde Ecken helfen Insekten

Viel Interesse finden die Veranstaltungen zum Jahresthema "Warum wir die Natur brauchen". Über 50 Besucher kamen zum Vortrag "Insektensterben. Was können wir dagegen tun?", der in Kooperation mit NABU Leonberg e.V. stattfand.

Referent Thomas Köberle rief dazu auf, mit wilden Ecken aus Brennnesseln, Karden und Disteln im Garten den Insekten Lebensräume zu bieten. Man solle seinen Ordnungsdrang zügeln, Laub herumliegen und verblühte Samenstände über den Winter stehen lassen. Heimische Wildpflanzen statt Exoten machten Schmetterlinge und Bienen satt. Zuchtformen mit gefüllten Blüten sollte man vermeiden. Wichtig sei ein Angebot an Blüten das ganze Jahr hindurch. Die Samenmischung des NABU "Blühende Gärten - damit es summt und brummt!" fand reißenden Absatz. Der Vortrag des Ökologen Köberle punktete mit Fakten aus wissenschaftlichen Untersuchungen. 40 % aller Insektenarten sind vom Aussterben bedroht. Zwei Drittel aller Tiere sind Insekten. Die anderen Tiere und wir Menschen sind von ihnen abhängig. Die Vernichtung der Regenwälder bedroht das Leben auf der Erde massiv. Zwei Drittel aller Tier- und Pflanzenarten leben in den Wäldern. Thomas Köberle sprach sich für ein Umdenken aus. Er plädierte für ein "Weniger von Allem": Stopp bei der Vergrößerung landwirtschaftlicher Flächen für die Futtermittelproduktion; Ausstieg aus dem massiven Konsum von Fleisch; schonender Umgang mit Ressourcen; Verbot von Glyphosat, das zwar keine Insekten direkt vernichte, dafür aber die Nahrungsgrundlage der Insekten zerstöre. Auf zwei Sondertischen im Erdgeschoss hat das Büchereiteam Bücher zum Thema "Insekten" und Informationen des NABU ausgestellt.




Das interaktive Theater Sturmvogel

Der kleine Rabe Theobald liebt alle Töne und Klänge dieser Welt. Sein Lieblingston ist groß, dick und grün: der Urwald. Aber er lebt leider nicht im Urwald und Zuhause mögen sie es gar nicht, wenn er mal wieder sein „Küchenrambazamba“ veranstaltet und dabei alles kaputtgeht. Als sein Vater alle Instrumente schreddert, weil er den Krach einfach nicht mehr aushält, fliegt Theobald in das Land der Geräusche. Dort trifft er auf Professor Fuzzi, der alle Geräusche machen kann, die sich Kinder per Telefon beim ihm wünschen, nur hat er gerade das Meer verschlampert. In diesem Land wohnt auch der grüne Drache Fürchterlix und der macht total gerne Rambazamba. Doch irgendwann ist es selbst Theobald zu laut und er bekommt Heimweh. Auch als Fürchterlix, zusammen mit den Zuschauern und Zuschauerinnen, seinen Lieblingston, den Urwald macht, fliegt Theobald schnell wieder nach Hause. Dort wartet schon ein Geschenk auf ihn von Papa Rabe: eine Flöte, so dass aus dem „Rambazamba“ eine wunderschöne Melodie wird und alle zufrieden sind.

Bei dem Theater Sturmvogel aus Reutlingen, bestehend aus Sandra Jankowski und Frank Klaffke, handelt es sich um ein Mitmachtheater. Begeistert lauschten die Kinder den leisen und lauten Tönen, unterstützen den Raben Theobald auf der Bühne beim „Rambazamba“ und durften am Ende der Vorstellung alle gemeinsam die vom Theater mitgebrachten bekannten und unbekannten Instrumente ausprobieren. Dabei waren z.B. ein Regenmacher, ein Digeridoo, mit dem man prima einen Elefantenpups nachmachen kann, eine Ocean Drum, Kastagnetten uvm. Das verschlamperte Meer wurde selbstverständlich auch wiedergefunden.

Mitlese-Lesung

Mit ihrem Buch "Geheimbund Zauberfeder" begeisterte Autorin Irene Margil 111 Zweitklässler bei zwei Mitlese-Lesungen im Bürgersaal. Das Erstlesebuch punktete bei den Kindern mit der Mischung aus Umweltschutzgedanken und einer spannenden Geschichte. Hauptperson Lilli ist eine begeisterte Vogelfreundin. Die Spatzen, die im Efeu an der Garagenhofwand nisten, sind ihre "Am-Haus-Tiere". Lilli versucht sogar, die Sprache der Spatzen zu lernen. Doch eines Tages sind die Spatzen weg, weil der Hausmeister das Efeu entfernt hat. Zusammen mit Mia gründet Lilli den Geheimbund Zauberfeder. Die Mädchen päppeln einen verletzten Spatzen auf und bauen Vogelhäuser, die sie in die Bäume des alten Friedhofs hängen. Wie die Geschichte ausgeht, wird hier nicht verraten. Schließlich ist "Geheimbund Zauberfeder" unser Medium der Woche. Die Zweitklässler jedenfalls wurden von der Geschichte mitgerissen. Sie lasen auf der großen Leinwand im Bürgersaal zusammen mit Irene Margil und ließen sich von ihr sogar dazu animieren, die Sprache der Spatzen zu imitieren und in einer sportlichen Einlage den Vogelflug nachzuahmen. Die engagierte Hamburger Autorin Irene Margil hat schon 44 Bücher geschrieben hat.Viele ihrer Bücher gibt es in der Bücherei zum Ausleihen. Ihr findet sie auf einem Sondertisch in der Kinderbücherei.

 



Tilman Achtnich, Autor und Regisseur des Films "Spiel ohne Grenzen - die Lügen vom freien Handel", zeigte seinen preisgekrönten Film im Bürgersaal. In der anschließenden Diskussion mit den interessierten Besuchern vertrat er die Ansicht, dass Protektionismus helfen kann, Umwelt- und Sozialstandards durchzusetzen. Das Beispiel Kameruns zeige, dass die empfindlichen Märkte in afrikanischen Ländern dringend Schutz vor den Einfuhren aus Europa benötigten. Europa selbst schütze seine Märkte mit einem System von Strafzöllen. Das Mantra vom freien Handel habe ausgedient. Weltweit gebe es einen immer größeren Handelsprotektionismus. Patentlösungen hatte Tilman Achtnich nicht. Ihm ging es mit seinem Film darum, protektionistische Strukturen weltweit aufzuzeigen. Dies ist ihm in eindrücklichen Bildern und packenden Interviews perfekt gelungen. Medium der Woche ist das Themenheft 4-5/2018 "Freihandel" der Zeitschrift "Aus Politik und Zeitgeschichte". Hier erfährt man noch mehr über die Geschichte des Freihandels und den Zusammenhang zwischen Außenhandel und nachhaltiger Entwicklung.

 

Bilderbuchpräsentation für Erzieherinnen

Die Neuheiten auf dem Bilderbuchmarkt präsentierten Büchereileiterin Mechthild Hagemeier-Beck und die stellvertretende Büchereileiterin Patricia Zimmermann bei einer Info-Veranstaltung für Erzieherinnen im Bürgersaal. Im vergangenen Jahr hat die Bücherei 125 neue Bilderbücher gekauft. Gerne reagiert das Büchereiteam auf Anregungen von Kunden und von Erzieherinnen. Einmal im Jahr informiert sich das Team über das aktuelle Angebot bei den Stuttgarter Kinder- und Jugendbuchwochen. Beim Besuch der Ausstellung im Treffpunkt Rotebühlplatz wurde deutlich, dass Bilderbücher in Reimform ebenso wie Wimmelbücher im Trend sind. Viele Bücher sind zeichnerisch lustig und comichaft illustriert. Das reale Leben spielt eine Rolle, nicht nur die heile Welt, süßlich dargestellt. Die Erzieherinnen berichteten, dass Bilderbücher im Kindergartenalltag wichtig sind. Beim Vorlesen in Kleingruppen könnten sie gut auf einzelne Kinder eingehen. Kinder würden das Vorlesen sehr schätzen. Im Herbst 2019 wird es eine weitere Ausgabe der Buchpräsentation im Bürgersaal für Erzieherinnen und Erzieher geben.

Engagierte Praktikantin

Konstantina Irge, Schülerin in der 8. Klasse der Theodor-Heuss-Schule, hat sich im Rahmen ihres einwöchigen Praktikums in der Bücherei mit dem Easy Reader-Angebot beschäftigt. Diese einfacher geschriebenen Jugendromane mit maximal 120 Seiten richten sich an junge Kunden, die nicht so gerne lesen. Konstantina Irge hat den Bestand auf Ausleihzahlen und Aufmachung hin analysiert, veraltete und nicht mehr aktuelle Romane unter Anleitung von Büchereileiterin Mechthild Hagemeier-Beck aus dem Bibliothekssystem genommen und mit der stellvertretenden Büchereileiterin Patricia Zimmermann zusammen eine Liste der Neubestellungen erstellt. Für das Regal in der Jugendbücherei hat sie ein "Easy Reader"-Plakat gestaltet und die Romane frontal präsentiert. In den nächsten Tagen werden die neuen Easy Reader eintreffen. Kontantina Irge begeistert an Easy Readern, dass die Autoren trotz der knappen Seitenzahl es schaffen, so schöne und spannende Geschichten zu schreiben. Durch ihr Projekt möchte sie Jugendliche dazu einladen, Easy Reader auszuleihen, sich von den Geschichten begeistern zu lassen und so ihre Lesefähigkeit zu verbessern. Das Büchereiteam bedankt sich herzlich für das Engagement von Konstantina Irge, die in ihrem einwöchigen Praktikum alle Arbeitsbereiche einer Fachangestellten für Medienberufe kennengelernt hat.

 

Bierige Rundreise

Dass Bier nicht gleich Bier ist, wissen die Teilnehmer an der bierigen Rundreise durch Baden-Württemberg spätestens seit der Verkostung von zwölf Bieren aus kleinen Familienbrauerereien. Im ausverkauften Bürgersaal zeigte Biersommelier Andreas Blasius, worauf Bierfreunde achten können, um das eine vom anderen Bier zu unterscheiden. Schaum, Farbe und Trübung können sehr verschieden sein. Über die Nase lässt sich der Geruch bestimmen: Rein, malzaromatisch, karamelig, hopfenaromatisch, obergärig, alkoholaromatisch, kräftig, süßlich, rauchig, nach Frucht- oder Gewürzaromen. Und schließlich bleibt das Geschmackserlebnis: Im Antrunk leicht, weich oder süffig, im Rezens angenehm, spritzig oder moussierend, im Nachtrunk ausgewogen, rund, feinherb oder bitter. Da machten die Biere aus allen Regionen des Ländles eine gute Figur, nicht nur, weil sie in interessanten Flaschenformen (1-Liter-Bügelflasche, bauchige Halbliterflasche oder ganz zierlich) mit schön gestalteten Etiketten auf den Tischen standen. Dazu wurden Brot und Sprudel gereicht, damit die rund 3.000 Geschmacksknospen auf der Zunge auch die Braukunst in ihrer ganzen Fülle erfassen konnten. Es wurde klar: In Baden-Württembergs Familienbrauereien entstehen mit viel Liebe, Sorgfalt und Braukunst Biere, die Freude machen. Lokal und regional erzeugte Zutaten für den Brauprozess zu verwenden, das ist nachhaltig, ressourcenschonend und fördert die Landwirtschaft im Ländle. So passte die bierige Rundreise durch Baden-Württemberg gut zum Jahresthema der Bücherei "Warum wir die Natur brauchen...".

 

Mit den Bienen durch das Jahr

Die Grundschullehrerin und Imkerin Patricia Günther stellte Kindern und einigen Eltern ihr Buch "Mein Opa ist Imker - mit den Bienen durch das Jahr" vor. Spannend las sie im Bürgersaal kurze Texte über die Erlebnisse von Nils, der seinen Opa, einen Imker, und dessen Bienen durch das Jahr begleitet. Lebhaft erzählte sie dazu, was ein Imker alles machen muss und welche Dinge er dazu benötigt. Patricia Günther hatte Imker-Zubehör mitgebracht: Eine komplette Holzbeute, also das Haus der Bienen mit den Rähmchen, aus denen der Honig herausgeschleudert wird, sowie einen Smoker mit Blasebalg, um sich bei der Arbeit mit den Bienen vor Stichen zu schützen. Weil alles so anschaulich war, waren die Kinder mit großem Interesse dabei. Einige von ihnen sind schon richtige Experten rund um die Bienen. Das Buch von Patricia Günther ist nicht nur eine spannende Geschichte.

 

Repair Café Rutesheim

18 Bürgerinnen und Bürger möchten bei einem Repair Café in Rutesheim mitmachen. Sie möchten Mithilfe anbieten bei der Reparatur von Elektrogeräten, Fahrrädern, Textilien, Kleinmöbeln und Spielzeug oder sich um die Organisation des Cafés, um Kaffee und Kuchen, kümmern. Am 1. Juni soll im Bürgersaal das erste Repair Café Rutesheim stattfinden. Dies ist das Ergebnis der Infoveranstaltung, in der Albrecht Beck das Konzept des Repair Cafés vorstellte. Zunächst zeigte er Beispiele von Geräten, die er selbst repariert hat. Bügeleisen, Fahrradsattel, Fahrradnabe, Schalthebel und Fotoapparate erhielten durch die Reparatur eine neue Chance. Bereits seit vier Jahren beschäftigt sich der Rutesheimer mit dem Konzept der Repair Cafés und hat beim Repair Café in Leonberg hospitiert. Albrecht Beck betonte, dass Repair Cafés die Produktion von Müll reduzieren. Defekte Elektrogeräte würden derzeit teilweise nicht geordnet recycled, sondern landeten in Afrika. Dort würden sie verbrannt, um die in den Altgeräten enthaltenen Rohstoffe zu gewinnen. Ganze Landstriche verödeten dabei. Durch die längere Nutzung von Gegenständen würden weniger Rohstoffe verbraucht. Die Menschen erhielten die Kontrolle über Gegenstände und Kleidung, weil sie selber reparieren könnten. Es mache Spaß, gemeinsam etwas zu tun. Die Teilnehmer an der Infoveranstaltung zeigten große Lust, dabei zu sein.