Berichte

Mörderisch gut

Mörderisch gut waren die Geschichten bei der "Ladies Crime Night" im Bürgersaal. Wenn auch die Sängerin Manuela Buschhüter von dem Wunsch sang "Gib mir ein kleines bisschen Sicherheit" - in Sicherheit wiegen konnten sich die Protagonisten in den fünf präsentierten Geschichten nicht. Da schmiedeten gepeinigte Ehefrauen Mordpläne, versuchten Psychopathen ihre Phantasien umzusetzen, dachte eine genervte Krimiautorin darüber nach, selbst einen Mord zu begehen. Zehn Minuten Zeit hatten Sabine Kampermann ("Arsen und Haselnüsse"), Linda Graze ("Schmälzle und die Kräuter des Todes"), Ulrike Blatter ("Spaßbremse"), Mareike Fröhlich ("Fassaden") und Ruth Edelmann-Amrhein ("Der Hypochonder"), bis ein eingespielter Herzschlag auf den abschließenden Schuss vorbereitete. Diese Zeit nutzten die Autorinnen genüsslich. Sie zogen die vielen Zuhörerinnen und Zuhörer in ihren Bann. Moderatorin Petra Naundorf verband charmant die Auftritte. Bei der tollen Musik von Gitarrist Michael Böhm und Sängerin Manuela Buschhüter (Duo Echt klang) konnte man sich entspannen und Kräfte sammeln für die nächste aufregende Geschichte. Die "Mörderischen Schwestern" haben an dem gelungenen Abend Werbung für von Frauen geschriebene Krimiliteratur gemacht.

Abschied vom Sommerlesezimmer

Der Herbst hat Einzug gehalten. Das Büchereiteam hat die Möbel vom Patio geräumt. Unser Sommerlesezimmer ist sehr gut angekommen. Kindergartengruppen schaukelten munter auf Robin Weidners Sitzbank. Kunden entspannten in der Hängematte und auf den Sitzsäcken, die die Buchhandlung one zur Verfügung gestellt hatte. Vielen Dank für die Leihgaben! Auf dem Patio präsentierte die Theatergruppe Wörterwelten mt viel Erfolg ihre szenische Collage "ACH DU GRÜNE NEUNE" an einem schönen Sommerabend. Die von den Gärtnerinnen und Gärtnern der Stadt Rutesheim eingesäte Blumenwiese setzte natürliche Farbtupfer. Nun gehen die Zwerge aus dem Blumenbeet in den Winterschlaf. Wir sind gespannt darauf, wie die Naturwiese im Frühjahr wieder erblüht.

 

Südtirol-Krimi

Einen unterhaltsamen Abend bereitete Viola Eigenbrodt-Nakelski den zahlreichen Zuhörern im Bürgersaal mit ihrem Südtirol-Krimi "Marmor, Wein und Bienengift". Die Autorin und Journalistin, die in Perouse lebt, setzt auf fein beschriebene Situationen, humorvolle Details und interessante Fakten. "Schlachtplatten", also viele brutale Morde, sind nicht die Sache der erklärten Krimiliebhaberin. Und so gibt es in ihrem Südtirol-Krimi nur eine Tote mit zertrümmertem Schädel. Im Mittelpunkt stehen die Ermittlungen der Kommissare und des Polizeichefs, bei denen es ordentlich menschelt. Mysteriöses und Politisches gesellt sich zu einem liebevollen Blick auf die Küche des beliebten Reiseziels Südtirol. Die Gitarrenschüler Niko-Selim Bäurle und Simon Plangger vom Gitarrenstudio Alexander Kübler umrahmten die Lesung mit barocker Musik. "Marmor, Wein und Bienengift" ist unser Medium der Woche.

 

Viel los beim Repair Café

Viel zu tun hatte das Team vom Rutesheimer Reparaturcafé. Mehmet Birbalta (Elektro, Elektronik), Rainer Bahr (Elektronik), Paul Pramberger (Elektro), Ilias Georgiadis (Elektro), Sieghard Hahm (Fahrräder), Günter Stiefel (Fahrräder), Albrecht Beck (Fahrräder), Monika Kilper (Nähen), Heidrun Kolodzick (Textil), Stefan Rühle (PC), Heinz Wöhr (PC, Elektronik), Renate Gantzhorn (Frühstück fürs Team, Café und Empfang) sowie Elke Kilper (Café) gaben Hilfe zur Selbsthilfe bei der Reparatur von Gegenständen und Textilien. Dazu gehörten: Radio, Elektromesser, Sitzkissen, Bohrmaschine, Fahrradgangschaltung, Babyphon, Musikanlage, E-Book-Reader, Schreibmaschine, Laminiergerät, Rucksack, Mantel, Videorekorder und der Check von Fahrrädern. Bei folgenden Geräten musste das Team nach eingehender Prüfung sagen, dass eine Reparatur nicht möglich ist: Staubsauger, Handstaubsager, elektrische Zahnbürste, Föhn, Jacke, Brotschneidemaschine und CD-Player. Ein ferngesteuertes Auto kann mit neuem Akku wieder starten. Für einen Funkwecker und einen Roller wird das Reparaturteam bis zum nächsten Repair Café am Samstag, 9. November, 9 bis 13 Uhr im Bürgersaal Material bestellen und dann die Reparatur fortsetzen. Organisator Albrecht Beck zog am Ende des dritten Repair Cafés ein positives Fazit: "Mit dem Repair Café sind wir in Rutesheim angekommen. Wir hatten einen guten Besuch, viele Reparaturwünsche und ein engagiertes Team, das sogar Überstunden gemacht hat. Wir freuen uns auf das nächste Repair Café und laden alle ein, im Sinne der Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung uns einmal produzierte Dinge zum Reparieren zu bringen. Vielen Dank an alle, die Kuchen für das Café gespendet haben."

Ein Nachmittag in der Bücherei

Engagiert und mit viel Freude waren Marie, Lenja, Leonidas, Laura, Maya, Linus, Malou und Quentin beim "Nachmittag in der Bücherei" im Rahmen des Sommerferienprogramms am Start. Büchereileiterin Mechthild Hagemeier-Beck zeigte ihnen zunächst wichtige Arbeitsbereiche in der Bücherei: Ausleihe und Rücknahme von Medien, Aufräumen von Medien, Einarbeitung und Einbinden. Buchhändlerin Brigitte Weik von der Buchhandlung one präsentierte die Neuheiten. Dann wählten die Kinder ihre Favoriten aus. Es sind: Ein Pony springt ein; Das Apfelkuchen-Geheimnis; Das große Ravensburger Bilderlexikon von A bis Z; Der zauberhafte Eisladen; Die Legende von Greg 1; Familie Flickenteppich; SPY - Hotspot Kinshasa; Wunschbüro Edda. Diese Bücher konnte die Kinder nach Einarbeitung und Einbinden auch als erste Kunden ausleihen. Insgesamt verbuchten sie 539 Ausleihen, assistiert von Büchereimitarbeiterin Gabriele Keck und Büchereileiterin Mechthild Hagemeier-Beck. Respekt für diese Leistung!

 

Aktives Repair Café

Hilfe und Beratung bei einigen schweren Fällen konnte das Team vom Rutesheimer Reparaturcafé geben. Zur Reparatur gebracht wurden ein Mixer, ein Handstaubsauger, Wäscheklammerbeutel, diverse Textilien, eine Küchenuhr, ein Dia-Projektor, eine Lampe, eine Spielkonsole, ein Dampfbügeleisen, eine Kinder-Armbanduhr, zwei Kinderfahrräder sowie die sehr schwere Demontage eines FAG-Tretlagers und der Einbau eines Ersatztretlagers in ein Fahrrad. Repair Café-Organisator Albrecht Beck kümmerte sich mit Günter Stiefel um die Fahrräder. Monika Kilper, Gerlinde Keller, Heidrun Kolodzick und Anita Frohnmaier reparierten Textilien. Dora Kaiser organisierte das Frühstück für das Reparaturcafé-Team und kümmerte sich zusammen mit Elke Kilper, Anita Frohmaier, Gerlinde Keller und Renate Gantzhorn (auch Empfang der Reparaturwünsche) um das Café, für das schöne Kuchen gespendet wurden. Rainer Gschwind-Schilling, Mehmet Birbalta (auch PC, Laptop, Drucker) und Frank Burbulla waren für die Elektro-Geräte im Einsatz. Heinz Wöhr (PC) recherchierte nach Bauplänen für Küchenmaschinen. Das Team beantwortete die Fragen der Besucher, die sich über das Repair Café informieren wollten. Außerdem tauschte man untereinander Tipps und Tricks zum Reparieren und zur Joghurtherstellung aus. Am 21. September ist das nächste Repair Café im Bürgersaal.

Grüne Welten voller Wörter

Grüne Welten voller Wörter erweckten die bestens aufgelegten Akteurinnen der freien Theatergruppe "Wörterwelten" zum Leben. Unter der Leitung der Theaterpädagogin Karin Winter präsentierten Silke Eisenhardt, Elke Hollmann, Simone Hussong, Regina Rötzschke, Birgitt Schlaich, Corinna Sadlo, Uli Szemjonneck, Patricia Zimmermann und natürlich Karin Winter die eigens für den Patio entwickelte szenische Collage "ACH DU GRÜNE NEUNE". Die Texte und Gedichte von Astrid Lindgren (Ronja Räubertochter), Joachim Meyerhoff (Die Zweisamkeit der Einzelgänger), Joseph Victor von Scheffel (Bummelleben), Frank Goosen (Radio Heimat), Wladimir Kaminer (Mein Leben im Schrebergarten), Heinz Erhardt (Die Made), Jan Wagner (Giersch), Jakob Augstein (Die Tage des Gärtners), Alfred Andersch (Aufruf für Grün), John Strelecky (Das Café am Rande der Stadt), Jockel Tschiers (Grüner wird`s nicht, sagte der Gärtner), Peter Wohlleben (Das geheime Leben der Bäume) und Hans Arp (Im Wald) begeisterten in der ausverkauften Aufführung mit Variantenreichtum, originellen Blickwinkeln, Humor, aber auch mit Nachdenklichkeit.

Schon der Weg zum Patio war Teil der Inszenierung. Ein grüner Faden leitete die Besucher durch das offene Treppenhaus hinauf zum Patio vorbei an den Arbeiten der Rutesheimer Textilkünstlerin Elke Zahn. Objekte wie ein großer grüner Filzball, ein "Grasdackel", ein Ruhekissen, Filzgräser und ein Vorhang mit dem eingefilzten Motto "Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann" zogen die Aufmerksamkeit auf sich. Ihre (Wörter)Welt beschreibt Elke Zahn so: "Durch meine ungebremste Leidenschaft für das textile Werken jeglicher Art ist es mir möglich, den Sinn, Unsinn und Blödsinn meiner Gedankenwelt auf den Stoff zu bannen. Das verwendete Material dabei aus seinem ursprünglichen Verwendungszweck zu entlassen und somit alle Freiheiten auszukosten, macht mir riesig Freude."

Am Eingang zum Patio erwarteten die Besucher ein gekühltes Glas Vinho Verde (Grüner Wein), ein Rosé oder eine grüne Limonade sowie ein Spruch zur Natur. Mit dem grünen Faden entstand über den Zuschauern ein Netzwerk, das dem Abendhimmel eine besondere Struktur verlieh. An der Stirnseite des Patios befestigten die Akteurinnen Gegenstände aus den präsentierten Texten. Redewendungen umrahmten die Texte, stoisch präsentiert von einem Trio, den Kopf geschmückt mit einem leuchtend grünen Männerhut. Zum Schluss gab es viel Applaus und mehrere "Vorhänge" für das Wörterwelten-Team, das den Patio zum Freilufttheater gemacht hat. Unser Medium der Woche ist "Radio Heimat. Geschichten von zuhause" von Frank Goosen. Hier findet man noch mehr schöne Texte aus dem "Ruhrpott". Auch das von Patricia Zimmermann gekonnt präsentierte Stück "Gartenarbeit" ist darunter.

Bücherei der Dinge

Den Vorhang gelüftet über der "Bücherei der Dinge" haben Mechthild Hagemeier-Beck und Patricia Zimmermann bei der jüngsten Mitarbeiterinnenbesprechung. Das Büchereiteam probierte auch gleich gut gelaunt und mit viel Humor die Alltagsgegenstände aus, die nun ausgeliehen werden können. Die Kunden hatten beim Bürgerfest und bei einer Umfrage in der Bücherei viele Vorschläge für die "Bücherei der Dinge" gemacht. Ausgewählt wurden: Feinmechaniker-Schraubendreher-Satz, Super-Sicherheits- und Spezialbitsatz, Schnitzwerkstatt, Pilatesring, Nordic-Walking-Stöcke, Speedmintonset, Gewichtsmanschetten für Handgelenke, Theraband, Blackroll, Schwingstab, Staffelei, Overlockmaschine und eine Akustikgitarre. Ausleihen können alle Kunden ab acht Jahren. Die Ausleihe ist kostenlos. Die Ausleihzeit beträgt 28 Tage. Die Gegenstände müssen vollständig und sauber zurückgegeben werden. Defekte und fehlende Teile bitte sofort der Bücherei melden. Bei Eigenverschulden wird eine Ersatzgebühr erhoben. Das Büchereiteam ist begeistert von dem neuen Angebot: "Seit 55 Jahren ist die Christian-Wagner-Bücherei Profi im Verleihen von Medien. Ab sofort verleihen wir auch Dinge. Viele Gegenstände braucht man nur gelegentlich. Sie nehmen Platz weg, kosten Geld und verbrauchen Ressourcen. Ausleihen ist eine gute Alternative und trägt zum Naturschutz bei."




Neues Zuhause Rutesheim

Avin, Nazila, Nasma, Bahar, Roaa, Rahaf, Nuri, Alireza und Nazanin haben zusammen mit Lea Oettinger, Studentin der Internationalen Sozialen Arbeit, die Ausstellung "Traumzimmer" im Erdgeschoss der Bücherei eröffnet. Stolz präsentierten sie ihre Kunstwerke im Schuhkarton, die nun die grüne Sitzbank im Lesecafé schmücken. Entstanden ist ein 5-Sterne-Familienhotel mit Schlafzimmer, Wohnzimmer, Kunstzimmer, einer Bar und Schwimmbädern. Jede und jeder von ihnen hat ein Zimmer so gestaltet, wie er es sich für sein Zuhause wünscht. Die Kinder benutzten dafür Materialien wie Korken, Tonpapier, Filzwolle und Glitzer. Farbenfrohe Tapeten aus Geschenkpapier bedecken die Wände. Kleine Kugeln als Lampen setzen optische Highlights. Wer in einem Sessel des Lesecafés Platz nimmt, ist mit den kleinen Kunstwerken auf Augenhöhe. Er kann verstehen, was Lea Oettinger im Rückblick auf das viermonatige Kreativprojekt mit den Kindern aus der Unterkunft in der Margarete-Steiff-Straße gesagt hat: "Ihr seid unglaublich tolle Menschen mit viel Kreativität, Offenheit für neue Menschen, Mut und Stärke. Ich wünsche euch, dass ihr das alles beibehaltet und stark in eure Zukunft gehen könnt."

Die unmittelbare Zukunft sehen die Kinder in Rutesheim. Weil hier ihr neues Zuhause ist, haben sie aus Pappmaché auf zwei Holzplatten zwei Landschaften gestaltet, die durch die Straße verbunden sind. Nuri sagte bei der Vernissage: "Wir haben Pappmaché, Steine, Glitzer und Farbe dafür benutzt. Das war eine große Sauerei mit dem Matsch, aber es hat viel Spaß gemacht." Alireza erzählte: "Jeder von uns hat ein Gebäude oder etwas anderes getont und sich einen Platz in der Stadt gesucht." Nazanin erklärte: "Den Schriftzug haben wir grün und gelb angemalt, weil das die Farben von Rutesheim sind". Das Landschaftsmodell der Kinder ist voller überraschender Details und eine Liebeserklärung an die Stadt, in der sie nun leben. Bis zu den Sommerferien ist die Ausstellung zu sehen